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Archäologische Funde um Frauenberg

Seit vielen tausend Jahren haben unsere Vorfahren ihre Spuren hinterlassen. Gerade die Gegend um Frauenberg, hoch über dem Isartal gelegen, war ein günstiger Siedlungsort, er bot Schutz und gutes Ackerland.

In unserem Heimatbuch beschreibt Prof. Dr. Spitzlberger ausführlich die Vor- und Frühgeschichte Frauenbergs, die verschiedenen Kulturen, Keramikfunde, Steinwerkzeuge.

Durch Erosion, Ackerbearbeitung oder Baumaßnahmen kommen auch heute immer wieder Funde zutage. Sie sind wichtige Belege unserer Geschichte und sollten vor Zerstörung bewahrt und gemeldet werden. Meine Fundstücke wurden von Frau Dr. Renner (Archäologin, Heimatmuseum Vilsbiburg, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege) begutachtet und katalogisiert.
Die nötigen Informationen, Grundkenntnisse oder Beratung bei Funden erhalten “Hobbyarchäologen” zum Beispiel auch beim Verein ARLAN, Verein für Archäologie und Bodendenkmalpflege in Stadt und Landkreis Landshut. Zum monatlichen Stammtisch, der immer am zweiten Freitag im Monat stattfindet, sind Gäste willkommen.

Hier einige Funde aus der Umgebung Frauenbergs, die auf früheste Besiedlung seit der Steinzeit hinweisen:
Aus der Jungsteinzeit (ca. 5500 bis 2000 v. Chr.) Silex-Werkzeuge wie Messerchen und Schaber, Steinbeile. Außerdem Scherben von Keramik, zum Beispiel Oberlauterbacher oder Altheimer Typ; aber auch aus späteren Kulturen (ca. 2000 bis 0 v. Chr.), zum Beispiel aus der Bronze-, Eisen-, und Hallstattzeit.

Jungsteinzeitl. Silex-Artefakte (Größe ca. 4-5 cm), Messerchen, Schabermesserscharfe Silexklingen

Bandkeramik, unten Oberlauterbacher Typ (Größe ca. 3 cm)Lesefunde, li. wahrsch. Hallstattzeit,  re. Neolithikum (Größe ca. 6 cm)

Steinbeilfragmente aus Amphibolith (Größe ca. 8 cm)Steinkeil, Schlagstein (Länge 9cm)

LinearbandkeramikscherbeSilex-Pfeilspitze (L. 28mm)links Stichbandkeramik (5 cm), rechts Silexklinge mit deutlich sichtbaren Retuschen (4 cm)

Für die hier gefundenen steinzeitlichen Silex-Werkzeuge wurde Jura-Hornstein (Hornstein / Silex / Feuerstein) verwendet. Von den  bläulich-grau gebänderten Platten oder Knollen, die damals zum Beispiel in Abensberg - Arnhofen gefunden oder abgebaut wurden, sind durch Abschläge scharfkantige Teile abgetrennt worden, die als Messer, Sichelklingen, Schaber oder Bohrer  wichtige Werkzeuge waren. Nach Weiterbearbeitung entstanden auch Beile oder Pfeilspitzen.

Plattensilex und Kernstücke, mit deutlichen Abschlagspuren,  OriginalgrößeSilexknolle, Durchmesser 5 cm

 

Eisenschlacke, Raseneisenstein, Größe ca. 6cmAuf den Feldern um Frauenberg wurde  früher häufig Raseneisenstein und Eisenschlacke gefunden. Dies deutet darauf hin, dass in der Eisenzeit (um 700 v. Chr.) hier Eisen geschmolzen wurde. Meist geschah dies in unterirdischen so genannten Bauernschmelzen oder Rennöfen .

 

 

 

 

 

 

 

Interessante Links zum Thema Archäologie:

www.arlan.de
Verein für Archäologie und Bodendenkmalpflege in Stadt und Landkreis Landshut e.V.

www.forstzentrum.de
Download der Broschüre des Zentrums Wald-Forst-Holz, Weihenstephan:
“In Boden und Stein”, Schutz von Bodendenkmälern im Wald,

www.jungsteinsite.de
Steinzeit-Forschung, Kulturen und Gruppen, Universität Kiel

Literatur:

Bodenschätze,  Landshut im Spiegel der archäologischen Abteilung der Museen der Stadt Landshut. Ein sehr informatives und anspruchsvoll gestaltetes Buch, 145 Seiten, über archäologische Funde seit der Jungsteinzeit in Landshut und Umgebung. Erhältlich in der Museumsverwaltung.

Schlüssel zur Geschichte, nicht nur ein Führer durch das Museum Adlhochhaus, sondern auch ausführliche Beschreibung archäologischer Funde, Keramik, Werkzeuge, Kulturgruppen, Zeittafel, 104 Seiten. Erhältlich im Rathaus 84032 Altdorf oder im Museum Adlhochhaus, Altdorf.

 

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