Frauenberg_

Der Landshuter Höhenwanderweg

Eine Wanderung von Buch am Erlbach bis Hüttenkofen.   Geschichte.   Archäologie.   Flora und Fauna.

Der Wanderweg Teil 1 von Buch am Erlbach bis zur Stadtgrenze Landshut hat schon viele Freunde gefunden. Nun ist auch der Teil 2  von Landshut bis Hüttenkofen zur östlichen Landkreisgrenze, in Zusammenarbeit von Landratsamt, Kreisarchäologie, Stadt Landshut und Verein ARLAN fertiggestellt. Der Weg ist insgesamt 49 km lang, lässt sich in einzelne Etappen mit zusätzlichen Rundwanderungen teilen.
Zahlreiche Schautafeln und Wegweiser führen den Wanderer durch Naturschutzgebiete, zu Bau- und Bodendenkmälern und schönen Aussichtspunkten. Landratsamt und Stadt Landshut bieten Wanderkarten und auf der Website interaktive Landkarten.

Teil 1:    Von Buch am Erlbach bis Landshut

Landshuter Höhenwanderweg, 1. Abschnitt

Der erste Abschnitt ist 18 km lang und kann dank einer übersichtlichen Wanderkarte in bequeme Abschnitte aufgeteilt werden. Zusätzlich gibt es noch 10 kleine Rundwanderwege. Zum Teil sind die Wanderwege sogar für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer geeignet.
36 Schautafeln führen den Wanderer zu vielen Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten. Allein die Überschriften der Infotafeln verführen schon zum Wandern, z.B.: Römisches Mausoleum, Eisenzeitliche Hügelgräber, Burg der Urnenfelderzeit, Schloss Kronwinkel, Keltische Viereckschanze, Bentonitabbau, Ringwälle, Burgställe usw.

Wanderweg_1Kreisarchäologe Thomas Richter erklärt bei einer Wanderung auf dem Landshuter Höhenweg die archäologischen und naturkundlichen Denkmäler.

Teil 2:    Von Landshut bis Hüttenkofen

Der 31 km lange Wanderweg führt den Wanderer durch die Innenstadt mit Kirchen, Museen und Baudenkmälern und dann über den Höhenrücken rechts der Isar bis Hüttenkofen. Die Isarhangleiten und das Naturschutzgebiet ehemaliger Standortübungsplatz mit einzigartiger Flora und geologischer und geschichtlicher Vielfalt, Burgställen, Wüstungen, Kirchen und zahlreiche Aussichtsplätzen mit Blick ins Isartal und bis in den Bayerischen Wald machen die Wanderung zu einem Erlebnis.

Wanderkarte Teil 2

Schautafel ZaitzkofenNeben den kurzen Informationen in der Wanderkarte gäbe es noch mehr Interessantes zur wechselvollen Geschichte Frauenbergs, die bis in die Jungsteinzeit zurückgeht.

Leider fehlen hier in Frauenberg Schautafeln und Wegweiser zur interessanten Geschichte der Burgställe Straßburg, Neudeck, zur Wallfahrtskirche, Erhardi-Legende, zu  Archäologie und steinzeitlicher Besiedlung, Naturdenkmälern, Naherholungsgebiet Gretlmühle oder Persönlichkeiten wie Ignaz Mayer-Frauenberg. Oder in Stallwang z.B. zum ehemalige Jagdschlösschen.

Erst einige Kilometer weiter, nach Zaitzkofen, findet sich eine Schautafel mit einigen Informationen.

 

 

Deshalb hier ein paar Geschichten und Tipps zum Wandern in der näheren Umgebung

PDF-Datei öffnenund meinen Flyer mit Wandertipps rund um Frauenberg als PDF-Datei:     >   

Rund um Frauenberg:

Wanderkarte rund um Frbg

 

 

 

Frauenberg KircheWallfahrtskirche Maria Heimsuchung

Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung steht weit sichtbar über dem Isartal und gehört zum Bistum Regensburg. Es ist davon auszugehen, dass zur Zeit des Wirkens des Hl. Erhard im 7. Jahrhundert bereits eine Holzkirche bestand und später eine romanische Kirche an derselben Stelle erbaut wurde auf deren Fundamentresten nun die heutige Kirche steht. Mehr...

 

 

ErhardisteinDie Erhardi-Legende

An der Kirchenmauer lehnt der Erhardistein, über den es die bekannte Legende um den Hl. Erhard gibt.  Er war als Wanderbischof tätig und soll nach seiner Vertreibung aus Altheim mit dem Stein über die Isar geflohen sein und diesen dann als Altartisch benutzt haben. Später ließ der Pfarrer von Adlkofen den Stein in die Adlkofener Kirche bringen, aber auf wundersame Weise kam der Altarstein immer wieder nach Frauenberg zurück.  Mehr...

Neben dem Erhardistein befindet sich die Grabplatte des Candid Huber, Benediktinermönch und Naturforscher, bekannt durch seine “Holzbibliothek” und eng verbunden mit der Geschichte des ehemaligen Jagdschlösschens in Stallwang.

 

Der Burgstall Straßburg

Der vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit, und wohl auch von den Römern benutzte Isarübergang bei Gretlmühle, wird im Zusammenhang mit der 1203 zerstörten Burg, die den Isarübergang schützen sollte, ausführlich im Frauenberger Heimatbuch von Prof. Dr. Spitzlberger beschrieben.   Mehr...
Überreste sind, mit Ausnahme einiger Lehmziegel, nicht mehr vorhanden, aber das imposante Gelände mit Plateau, Burghügel, Vorburg und Turmhügel lädt zu einer kleinen Rundwanderung ein, beginnend zum Beispiel in Gretlmühle (Parkplätze) oder von Frauenberg aus als Abzweigung vom Höhenwanderweg über das Naturschutzgelände  “ehemaliger Standortübungsplatz”.

Isartal, im Hintergrund Mirskofen, Essenbach, rechts Burghügel StraßburgIsartal, von Frauenberg aus gesehen, im Hintergrund Altheim, Mirskofen, Essenbach, rechts Burghügel Straßburg
Straßburg - historischer Plan, Dr. Spitzlberger
Strassburg - Luftaufnahme, S. Ramsauer
Historischer Plan der Straßburg, erstellt 1991 von Prof. Dr. Spitzlberger, der seit 1958 das Gelände erforscht und Funde sicherte.
Rechts eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2016 von Siegfried Ramsauer.
Auf dem Weg zum Burgstall StraßburgAuf dem Weg zur Straßburg, Altweg durch die Isarhangleiten von Gretlmühle aus. Biker bei Sterneck, Leberblümchen im März,
das Weinzierlkreuz an der Abzweigung von Frauenberg nach Straßburg.

 

Burgruine Wolfstein, altes Kellergewölbe, R.Püttner, Gartenlaube Nr. 31, 1891Burgställe Neudeck, Schaumburg, die Burgruine Wolfstein und das Högner-Kreuz

Am Höhenwanderweg folgen dann die Burgställe Neudeck, Schaumburg und die ehemalige Burg Wolfstein.
(Schautafel in Zaitzkofen an der Abzweigung Schaumburg / Wolfstein).

Deutlich erkennbar ist noch der Burgstall Schaumburg mit dem Burghügel. Dort findet auch jährlich eine Sonn

wendfeier statt.

Auf Grundmauerresten und Kellergewölben der Burg Wolfstein aus dem 12. Jahrhundert steht heute ein Bauernhaus. Die Burg muß sehr bedeutend gewesen sein, denn sie war zeitweise Wohnstätte der Wittelsbacher und Staufer, Konradin der letzte Stauferkönig wurde 1252 hier geboren.
Auch Otto der V., genannt der Faule, Markgraf von Bayern und Brandenburg, lebte von 1373 bis zu seinem Tod 1379 dort

Um 1500 wird die Burg abgebrochen. Die Steine wurden in Landshut als Baumaterial verwendet, in noch größerem Umfang aber per Schiff nach Leonsberg bei Pilsting transportiert um dort das Jagd- und Lustschloss zu renovieren. Heute befinden sich dort noch Ruinenreste, ein riesiges Ziegelstein-Kellergewölbe und ein Biergarten. Mehr...

Das Högner-Kreuz, aus einem großen Granitblock geschlagen, errichtete der Landshuter Bildhauer Hugo Högner nach dem Zweiten Weltkrieg als Mahnmal für den Frieden. Es steht oberhalb des Wanderweges und lädt zum Nachdenken und einem Blick ins Isartal ein.

 

Archäologische FundeArchäologische Funde

Dass das Gebiet um Frauenberg bereits seit über 7000 Jahren besiedelt ist, beweisen zahlreiche archäologische Funde wie Keramikscherben, Steinbeilfragmente oder Feuerstein.
Mehr...

 

 

Altwege, Römerstraßen

Altwege führen von Gretlmühl nach Straßburg und Frauenberg, auch Römerstraßen sollen hier die Isar überbrückt haben.
Altstraßenforscher vermuten die Trasse in der Nähe von Frauenberg, eindeutige Beweise fehlen allerdings noch.
Auf der Homepage des Vereins ARLAN sind  ausführliche Informationen auf der Seite “Altstraßen”. Mehr...

 

Bild "Südtiroler Bauer", Ignaz Mayer-FrauenbergIgnaz Mayer-Frauenberg

In einem Bauernhof in Birnkofen nahe Frauenberg, dem “Mayerhof” wurde 1874 als neuntes Kind Ignaz geboren. Zunächst sollte er Pfarrer werden, bis sein Talent als Maler entdeckt wurde. Er lernte berühmte Maler kennen, wie zum Beispiel sein Vorbild Franz von Defregger aus Südtirol. Seine urwüchsigen Bilder wurden international bekannt. Er signierte seine Bilder mit “Mayer Frauenberg”.  Mehr...

 

 

 

Naturdenkmal WinterlindeNaturdenkmal Nr. 55, Winterlinde

Eine über hundert Jahre alte Linde beim Gasthaus “Frauenberger Stubn”, die am 11. Oktober 1891 anlässlich der Geburt von Anton Paringer von dessen Vater gepflanzt wurde. (Anton Paringer war der Vater von Liesl Paringer, die 1959 Karl Asen heiratete und mit ihm das Frauenberger Bierstüberl eröffnete).  Mehr...

 

 

Hofstellen, Hofnamen

Das älteste Anwesen war der Weinzierlhof. Der Name Weinzierl, altbairisch für Winzer, deutet darauf hin, daß auch in Frauenberg, wie an vielen Hängen um Landshut, früher Wein angebaut wurde.
“Der Schmied”, erstmal 1552 erwähnt als Wolfgang der Schmied, ist das zweitälteste Anwesen in Frauenberg.
Das Schneidergütl ist nun das Gasthaus “Frauenberger Stubn”.   Mehr...

 

Frauenberger StubnUnser Dorfwirtshaus

Die “Frauenberger Stubn”, unser Dorfwirtshaus mit Biergarten, bietet Wanderern Rast und gute Brotzeit.

Dieses Haus mit dem alten Hofnamen "Schneidergütl, Krämerei", ist mehrere hundert Jahre alt. Es wurde einfühlsam renoviert und um das bisher ungenutzte Gewölbe erweitert. Mehr...

(Öffnungszeiten sind zur Zeit nur:
Mittwoch und Freitag ab 17.00 Uhr, Sonntag ab 16.00 Uhr. Und nach Vereinbarung)

 

Gretlmühle

Das nahe gelegene Landshuter Naherholungsgebiet, mit Parkplatz, kann Ausgangspunkt der kleinen Rundwanderung sein.
Der etwas steile aber romantische urspüngliche Weg zur Sraßburg, ein schattiger Waldweg, beginnt gegenüber der Bushaltestelle links der Straße (LA 14);  rechts der Straße ein verfallener Altweg nach Frauenberg.

 

Stallwang ehem. SchlossStallwang

Ein Blick oder ein kleiner Abstecher vom Höhenwanderweg auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz nach Stallwang lohnt sich. Auch hier ist durch Oberflächenfunde wie Keramikscherben, Steinbeilfragmente oder Feuersteingeräte nachgewiesen, dass dieses kleine Tal seit der Jungsteinzeit besiedelt ist.

Nette Geschichten gibt es auch zum ehemaliges Jagdschloss der Grafen Toerring, ein Bodendenkmal auf einer kleinen Kuppe, das vor einigen Jahrzehnten  leider zerstört wurde.
Hier lebte lange Jahre Candid Huber, Benediktinermönch und Naturforscher, bekannt durch seine “Holzbibliothek”. Auch sein Freund, der Dichter Clemens Brentano wohnte längere Zeit bei ihm. Mehr...

Karl Dengler, Auloh, hat aus zahlreichen Quellen und alten Urkunden das Leben des Candid Huber erforscht und beschreibt seinen bewegten Lebenslauf, seinen Briefwechsel, sein Musiktalent, und seinen Freundeskreis. An Hand von Plänen und Ur-Katastern zeichnet er auch die Geschichte des einstigen Jagdschlosses von Stallwang nach.
PDF-Datei öffnenDen ausführlichen Bericht des passionierten Heimatkundlers Karl Dengler können Sie nachlesen in der PDF-Datei:

 

Naturschutzgebiet ehemaliger Truppenübungsplatz

Alte Obstbäume lassen heute noch die Standorte der ehemaligen, auf einer Hochfläche über dem Isartal gelegenen, landwirtschaftlichen Anwesen erahnen, die für den Truppenübungsplatz aufgegeben bzw. enteignet wurden, Plaika, Hilzen, Hinterholz, Sonnleiten, Maurerhaus, Ried.
Verschiedene Infotafeln und ein Aussichtsturm weisen den Weg über das Landshuter Naturschutzgebiet “ehemaliger Standortübungsplatz mit Isarleite”, ein 280 ha großes Gebiet mit Laubmischwäldern und unterschiedlichsten Bodenverhältnissen. Weideschafe “pflegen” das Gelände. Plötzlich steht ein eigenartiges Eisenkreuz auf Granitsteinen vor dem Wanderer. Errichtet wurde es von einem Kriegsrückkehrer nach dem 2. Weltkrieg. Wie es im Volksmund zu dem Namen “Franzosenkreuz” kam, ist bis heute ungeklärt.

Feuchtgebiete, Magerrasen, Totholz, Streuobstwiesen oder Kiesaufbrüche  bieten Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Wanderung auf dem ehem. Standortübungsplatz, Naturschutzgelände”Franzosenkreuz”, Schafe als Landschaftspfleger, Sendeturm, Aussichtsturm Plaika,
NSG, Karthäusernelke,, Schachtelhalm, Rosenkäfer, Gänseblümchen, Huflattich Karthäusernelke, Schachtelhalm, Rosenkäfer, Gänseblümchen, Huflattich
Flora NSG, Farn,Türkenbund, Schlüsselblume, Wilde HeckenroseFarn, Türkenbundlilie in der Isarhangleite, Schlüsselblumen, Wilde Heckenrose
Flora NSG, Knabenkraut, Eisenhut, Wiesensalbei, KratzdistelOrchis, Eisenhut, Wiesensalbei, Kratzdistel
Flora NSG, Eisenkraut, Hornklee, Natternkopf, Odermenning, Wilde KardeEisenkraut, Hornklee, Natternkopf, Odermenning, Wilde Karde

Ein Zitat von Rudolf Boesmiller, der in unserem Heimatbuch die Pflanzenwelt in der Umgebung von Frauenberg anschaulich beschrieben hat:

Nicht die großen, knallig gelben, eintönigen Rapsfelder,
sondern die bunten abwechslungsreichen Blumenwiesen
mit Grillengezirp, Schmetterlingen und Vogelgesang,
wie sie um Frauenberg noch zu finden sind,
machen den Reiz und die Schönheit einer Landschaft aus.

Für den Wanderer, er auch auf die kleinen Dinge am Wegesrand achtet, wird der Weg über das Naturschutzgebiet, hoch über dem Isartal, sicher zu einem Erlebnis. Ein Rundweg führt zurück zum Ausgangspunkt Lurzenhof.
Nicht weit ist es aber auch auf dem Höhenwanderweg über Aubach nach Frauenberg.

 

 

Zaitzkofen

Der Höhenwanderweg von Frauenberg nach Wolfstein führt durch Zaitzkofen, vorbei an einer kleinen Kapelle und dann an einer der ältesten Schmieden, die bereits 1300 im Urbar erwähnt wird.
Eine Kirche, die zur Pfarrei Adlkofen gehörte, wurde im Jahr 1787 abgerissen, ein Wegkreuz erinnert noch daran.
Im Wald vor Zaitzkofen befinden sich mehrere Hügelgräber

 

 

Ausführliche Informationen und weitere interessante Geschichten finden Sie in unserem Frauenberger Heimatbuch

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PDF-Datei öffnenEinen Flyer mit den Wandertipps “Rund um Frauenberg” finden Sie in der PDF-Datei (2,2 MB):