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Landshut-Frauenberg

Willkommen auf unserer privaten Website

Frauenberg, das kleine Kirchdorf über dem Isartal


Die spannende Geschichte Frauenbergs lässt sich weit zurück verfolgen. 7000 Jahre alte archäologische Funde aus der Jungsteinzeit, Bodendenkmäler und alte Orts- und Flurnamen belegen, dass das Gebiet um Frauenberg uraltes Siedlungsgebiet ist. Auch bekannte Persönlichkeiten lebten in der ehemaligen Gemeinde Frauenberg: Candid Huber, Clemens Brentano, Kunstmaler Ignaz Mayer-Frauenberg; Otto der V. (genannt der Faule) und Konradin der letzte Hohenstaufer.

Alt-Frauenberg, Hausnamen, Flurnamen


Hofnamen, Hausnamen oder Flurnamen sind Hinweise auf geschichtliche und familiäre Ereignisse oder altes Handwerk. Die alten Hausnamen wurden in Verbindung mit dem Vornamen meist zum gebräuchlichen Familiennamen, oft auch bis heute noch. 
Beispiele:
Der Weinzierlhof ist das älteste Anwesen in Frauenberg. Nach einer Urkunde im Kloster Seligenthal aus dem Jahr 1411 erhielt ein Albrecht von Grub, Sohn des Weinzierls von Frauenberg das Baurecht auf dem Weinzierlhof. Dies deutet auf Weinbau hin, denn Weinzierl bedeutet altbairisch Winzer. Die Hofstelle ist seit 1855 im Besitz der Familie Sedlmaier, die alten Gebäude bestehen allerdings nicht mehr.
Und tatsächlich gibt es östlich von Frauenberg die Flurbezeichnung Weinberg und sogar eine alte bildliche Darstellung der Weinkelterei “bei Landshut in Niederbayern”. Es handelt sich um ein Bild “nach einem Gobelin aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts im Bayrischen National-Museum zu München”. (Enzyklopädie “Der Mensch und die Erde, von Hans Kraemer, Ausgabe 1906).
Der Schmied, erstmal 1552 erwähnt als Wolfgang der Schmied, ist das zweitälteste Anwesen in Frauenberg.
Das Schneidergütl war zuletzt bis 2005 eine Krämerei mit Bierstüberl. Ab 2010 ist es nach Besitzerwechsel und Renovierung wieder unser Dorfwirtshaus.
Der Seppenjacklhof, ein landwirtschaftlicher Betrieb, ist an den Dorfrand ausgesiedelt.
Das Petersgut hatte seit 1795 mehrere Eigentümer. 1862 erhielt der Hof die Konzession für eine Tafern-Gastwirtschaft. Ab 1968 wieder Landwirtschaftsbetrieb.
Der Daffnerhof oder Erberhof, nachgewiesen seit 1860, Erbrechtshof, Landwirtschaft.
Flur “Ziegelacker”, heute noch eine Erinnerung an eine bis vor einigen hundert Jahren zwischen Frauenberg und Martlhaid bestehende Ziegelei. (Nach einer historischen Landkarte). 
In der Bildergalerie finden Sie interessante Bilddokumente wie die wohl älteste Postkarte von Frauenberg, mit Datum des Poststempels vom 30. Juni 1900. (Verlag von C. Dittmar, Kgl. und Herzogl. bayer. Hof-Photograph) und spätere aus den Jahren 1930, 1950 und 1972.

Weinbau

Dass schon die Römer an der Isar Wein anbauten, ist nachgewiesen. Auch Landshut war bis ins späte Mittelalter ein bekanntes Weinbaugebiet. Hofnamen, Flurnamen und Relikte alter Weinberge, zum Beispiel in Frauenberg oder Bruckberg erzählen davon. Auch der Chronist Alois Staudenraus beschreibt in seinen “Spaziergängen in und um Landshut” im Jahr 1838 den Weinbau um Landshut, zum Beispiel im Weinzierlgut auf dem Klausenberg oder in Altdorf “auf dem Weg durch die Weinberge, auf den Anhöhen hin”.
In Bruckberg besitzt Heimatforscher und “Hobby-Winzer” Vitus Lechner einen Teil eines alten Weinberges. Als Geschichtsforscher beschäftigt er sich mit der alten Tradition des Weinbaues, insbesondere an den Hangleiten der Isar.
(Bild: Gobelin aus dem 17. Jhd. im Bay. Nationalmuseum München. Foto Teufel München)

Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung


Das weithin sichtbare Wahrzeichen von Frauenberg, die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung, wurde im gotischen Stil erbaut zwischen 1470 - 1480, auf den Resten einer romanischen Kirche aus der Zeit zwischen 950 und 1250. Davor wird eine hölzerne Kapelle im Zusammenhang mit der Missionstätigkeit des Hl. Erhard vermutet, der hier als Wanderbischof wirkte. Der Kirchenraum mit dem Hochaltar aus der Zeit des Rokoko 1758 enthält ein schön figuriertes Netzrippengewölbe, einen Flügelaltar aus den gut erhaltenen gotischen Altarflügeln des früheren Altars, eine hölzerne gotische Madonna mit Kind aus der Zeit um 1350, im Eingangsbereich einen Totenerker, Fresken aus der Zeit um 1580 - 1600, und Bilder und Statuen aus vergangenen Jahrhunderten.
Das Kreuzrippengewölbe
Am Gewölbescheitel im Langhaus befinden sich an den Rippenkreuzungen Schlusssteine, die Wappen von Adelsfamilien zeigen: das Wappen der Wittelsbacher mit den Bogener Rauten, das Wappen der Herzogin Amalie von Sachsen, sowie das Wappen der in Stallwang und Deutenkofen zur damaligen Zeit begüterten Hofmarksherrn Sandizell. Die Wappendarstellungen dürften ein Hinweis auf Mäzene des Kirchenbaus sein.
Drei weitere mit der Darstellung der Muttergottes, eines Sterns und einer Rose weisen auf die Verehrung der Gottesmutter hin.
Bistumsgrenzen:
Frauenberg gehört seit jeher zur Diözese Regensburg, während das übrige Stadtgebiet von Landshut auf die Diözesen Freising und Regensburg aufgeteilt ist. Die Grenze ist der Schweinbach bzw. die Isar. Diese seit 724 bestehende eigentümliche und 990 bzw. 1157 mehrfach geänderte Grenzziehung beschreibt der Heimatkundler Peter Käser aus Binabiburg an Hand alter Traditionsaufschreibungen und Urkunden (auf der Website www.arlan.de).
Bei der Bereinigung der Freisinger Bistumsgrenze 1157 kam der Teil südlich der Isar zum Bistum Regensburg. Freising wurde entschädigt mit dem Regensburger Gebiet bei Geisenhausen, Johannes-/Stephansbergham und Diemannskirchen.
Die Erhardilegende
Wahrscheinlich handelt es sich bei Frauenberg um eine germanische Opferstätte, die wie viele andere, in eine christliche Kultstätte umgewandelt wurde.
Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass der Hl. Erhard in der Zeit um 680/690 n. Chr. hier als Wanderbischof missionierend tätig war und mit dem Bau eines Kirchleins und der Verwendung des “Erhardisteins” als Altarplatte das Fundament für den heutigen Wallfahrtsort Frauenberg legte. Aus seinem segensreichen Wirken haben sich bis heute in der Bevölkerung Erhardilegenden und -brauchtümer sowie Erhardspatrozinien erhalten.
Die Legende, wonach der Hl. Erhard mit dem oben erwähnten Stein bei Gretlmühle über die Isar geschwommen sei, nachdem er von den Altheimer Bauern vertrieben wurde, läßt vermuten, dass hier ein Isarübergang oder vielleicht eine Furt gewesen ist. An der Außenmauer der Kirche befindet sich rechts neben dem Eingang der “Erhardistein”. Jeweils am 8. Januar werden mit alten Modeln Erhardibrote geformt und gesegnet. Sie sollen Mensch und Tier vor Krankheiten schützen. Die Tradition wird bis heute in Frauenberg aufrecht erhalten.
Grabtafel Candid Huber
Links neben dem Erhardistein ist die Grabstätte von Candid Huber, Benediktinerpater und Naturforscher, der lange Jahre in Stallwang in einem kleinen Jagdschloss der Grafen Toerring-Jettenbach lebte und dort seine berühmte “Holzbibliothek” erstellte.

Unser Heimatbuch:

Frauenberg - Ein Kirchdorf im Wandel der Zeiten

Die Vorarbeit zu unserem Heimatbuch "Frauenberg - Ein Kirchdorf im Wandel der Zeiten" begann vor Jahrzehnten mit einer Materialsammlung des damaligen Frauenberger Schulleiters Vinzenz Kirchmeier, fortgesetzt wurde sie durch weitere Quellensichtung im Rahmen einer unvollendeten Forschungsarbeit durch Frau Mag. Annemarie Kaindl, Münchner Staatsbibliothek. Vollendet wurde das Buch nach weiteren umfangreichen Recherchen durch zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter.
Herausgeber ist Prof. Dr. Dr. Möde, der seine Jugend in Frauenberg verbrachte und der auch das Erscheinen des Buches in der Schriftenreihe seines Lehrstuhls ermöglicht hat.
In dieser kulturhistorischen Heimatstudie über die ehemalige Gemeinde Frauenberg sind Geologie, Fauna und Flora, Vor- und Frühgeschichte, Hofchroniken und die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in wissenschaftlich fundierter Weise dargestellt.
Viel Interessantes, Wissenswertes und teils Vergessenes ist durch alte Urkunden und Bilder festgehalten.

Der Kunstmaler Ignaz Mayer-Frauenberg


Ignaz Mayer wurde 1874 in Birnkofen, nahe Frauenberg, als neuntes von zehn Kindern geboren und sollte eigentlich Pfarrer werden. Rechtzeitig wurde jedoch sein Talent entdeckt und gefördert. Er verließ 1892 das Gymnasium, lebte ab 1901 in München, lernte bekannte Maler kennen, vor allem aber den Tiroler Maler Franz von Defregger aus Südtirol, der sein besonderes Vorbild und sein Lehrmeister wurde. Ignaz Mayer-Frauenberg, wie er sich nun nannte, beschickte Ausstellungen in den USA und in Paris. Mit seinen urwüchsigen Bildern, hauptsächlich Charaktere aus aus Bayern und Südtirol, aber auch Landschaftsmalereien, wurde er nun international bekannt.
Glücklicherweise gibt es noch einige seiner typischen Bilder, vereinzelt auch Landschaftsmalereien. Sogar Wandmalereien, datiert 1894, als Ignaz Mayer also 20 Jahre alt war, sind noch im ehemaligen Wohnhaus vorhanden. Der Mayer-Hof in Birnkofen besteht noch, allerdings wird das alte Wohnhaus bald einem Neubau weichen müssen.
Der Lebenslauf des in Frauenberg/Birnkofen geborenen Malers Ignaz Mayer-Frauenberg (1874 bis 1932) ist im Frauenberger Heimatbuch ausführlich beschrieben.

Rund um Frauenberg

Der Landshuter Höhenwanderweg führt von Buch am Erlbach über Landshut und Frauenberg bis nach Hüttenkofen und ist insgesamt 49 km lang. Zahlreiche Schautafeln und Wegweiser führen den Wanderer durch Naturschutzgebiete, zu Bau- und Bodendenkmälern und schönen Aussichtspunkten.
Hier in Frauenberg gibt es noch zusätzliche Rundwanderwege und interessante Geschichten, zum Beispiel zum Burgstall Straßburg, zur Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung, zu Archäologie und steinzeitlicher Besiedlung, Naturdenkmälern, Naherholungsgebiet Gretlmühle oder in Stallwang z.B. zum ehemalige Jagdschlösschen, in dem Candid Huber seine berühmte Holzbibliothek verfasste.
Die Isarhangleiten und das Naturschutzgebiet ehemaliger Standortübungsplatz mit einzigartiger Flora, geologischer Vielfalt, Wüstungen und zahlreiche Aussichtsplätzen mit Blick ins Isartal und bis in den Bayerischen Wald, machen die Wanderung zu einem Erlebnis.

Die Frauenberger Stub'n,
unser gemütliches Dorfwirtshaus

Das Anwesen mit dem alten Hofnamen "Schneidergütl, Krämerei" ist mehrere hundert Jahre alt. Nach einigen Vorbesitzern besaß seit 1885 Magdalena Peisl, verh. Paringer, das Gütl. Ihre Enkelin Liesl heiratete 1959 Karl Asen. Beide führten das beliebte Frauenberger Bierstüberl mit Krämerei bis zum Jahr 2005 und mussten es dann aus Altersgründen aufgeben. Die neuen Eigentümer haben das kleine Dorfwirtshaus mit Biergarten einfühlsam restauriert und um das bisher ungenutzte Gewölbe erweitert. 
Das Gasthaus liegt am Landshuter Höhenwanderweg, der hier in Frauenberg mit seiner exponierten Lage über dem Isartal Aussichtspunkte und Rundwanderungen bietet, zum Beispiel zu Naturschutzgebieten oder zum Burgstall Straßburg.
Weitere Informationen:
Frauenberger Stub’n, Landshut-Frauenberg 6, Inh. Andrea Spießl, Telefon (privat) 08707 8444
und
Wandertipps finden Sie auf der Seite "Wanderwege"